Sensationeller zweiter Platz beim Internationalen U 15 Turnier in Halle

Beim Internationalen Herbst-Pokal-Turnier des SV Halle in Sachsen-Anhalt belegte unsere U15 Mannschaft einen hervorragenden 2. Platz. Gleich das erste Spiel nach langer Anreise am Freitag Abend gegen die körperlich starke und für uns völlig unbekannte Mannschaft des SRC Alytus aus Litauen sollte ein hoher Maßstab für uns werden.
Erst nach 4 Minuten und vorsichtigem Abtasten nutzen die Litauer ihre Chance zum 1:0. Bis zur Viertelpause bauten Sie ihren Vorsprung auf 3:0 aus. Im zweiten Viertel konnte Paul Morreira im Tor einige Chance vereiteln, beide Teams neutralisierten sich bei schwimmerischer und spielerischer Ausgeglichenheit. Fast uneinholbar schien dann nach dem 4:0 gleich zu Beginn des 3.Viertels der Vorsprung der Litauer Jungs durch deren starken Centerspieler. Erst 1,5 Minuten vor Ende des Viertels dann der ersehnte Anschlusstreffer durch Johannes Sommer. Mit diesem Treffer wurden die eigenen Kräfte freigesetzt. Marcel Beck mit Kraftwurf zum 2:4 im Anschluss. Jetzt wurde Alytus nervös. Die anschließende Auszeit zur Orientierung nutze dem gegnerischen Team aber wenig. Marcel, der nun regelrechte „aufdrehte“ gelang innerhalb kurzer Zeit mit 2 Folgetreffern der Ausgleich. Aber Alytus schaffte wiederum die erneute Führung zum 4:5. Danach gab Trainer Andy Görge auch den Ergänzungsspielern Fabian Nerding, Silas Beck, Jakob Jaehn, Lars Schmidt , Brian Baaden, Leon Muffert und Daniel Blazquez ihre Chance, die sie bravourös nutzen, den Gegner super in Schach hielten, und nur einen Treffer zum 4:6 Endstand zuliessen.
Für das zweite Spiel am Samstagmorgen gegen den Gastgeber SV Halle hatte man sich aufgrund der körperlichen Konstellation und den ersten Eindrücken beim Einspielen Chancen ausgerechnet in der Dreiergruppe die ersten Punkte zum Weiterkommen zu sammeln. Ein gefühlvoller Heber von Marcel Beck zum 1:0 und ein Kontertor nach guter Parade unseres Torwartes sorgten für einen2:0 Vorsprung. Ein von Johannes Sommer verwandelter Strafwurf, nach Foul an ihm selbst, beendete das erste Viertel. Die Abwehr wurde von Tien Ngo über das ganze Spiel souverän dirigiert.
Schwimmerische Überlegenheit, schnelles Konterspiel mit 2-3 Pässen das Mittelfeld überbrücken, so wurde der Gegner aus dem Spiel genommen. Nun trug sich auch Joost Christoffels in die Torschützenliste ein. 4:1 endete das 2.Viertel zum 7:1 Halbzeitstand.
Nach und nach wurden die Stammspieler im 3.Viertel gegen jeweils 2-3 Ersatzspieler ausgewechselt. Die Homogenität litt in keiner Weise, im Gegenteil, die Jungen hinterließen einen bärenstarken kämpferischen Eindruck bei dem Betreuerteam, und verdienten sich alle ein Sonderlob, auch wenn dadurch der Gegner zu 3 Toren kam. Aber man hatte das Spiel jederzeit voll im Griff.
Mit 7:4 wurden die Seiten gewechselt. Ein direkt verwandelter Freiwurf auf der 5m Linie brachte durch Dominik Hummel das 8:4 für den Vorwärts. Nach Lattentreffer von Julian Kany nutzten die Hallenser einen Konter zum Anschlusstreffer. Joost und Dominik trafen jedoch noch abwechselnd zum 11:5 Endstand für Ludwigshafen. Fazit: Souveräne Abwehrleistung, , manchmal aber auch ungenaue Pässe, kraftvolle Abschlüsse, wenig Centerspiel.
Damit hatte man den 2. Platz in der Gruppe sicher und das Viertelfinale gegen MSV Elbe Magdeburg als Minimalziel erreicht.
Hoch motiviert und mittlerweile gut eingespielt aus einer konsequenten Abwehr heraus gelang im ersten Viertel ein 3:0 Vorsprung. Unsere Stärke, das starke Press-Spiel, lange Pässe auf die schnellen Konterspieler Joost und Johannes, kamen über die gesamte Spielzeit voll zur Entfaltung. Die Nachwuchsspieler hatten dann im 2.Viertel nach dem 6:0 Zwischenstand komplett wieder ihren Auftritt. Erst hatte Silas Beck eine Großchance, als er allein vor dem Tor stand, dann setzte Lars Schmidt eine schöne Rückhand nur knapp neben das Tor. Zur Halbzeit stand es 6:2 für LU.
Im 3.Viertel erhöhte zuerst Johannes nach Freiwurf von Lars auf 7:2, ehe dann Fabian Nerding nach schöner Direktannahme auf Zuspiel von Joost sein erstes Tor machte. Nachdem die Jungs einen Gang zurücknahmen und lange nichts passierte, kam dann Lars Schmidt nach Lattenabpraller zum Erfolg. Auch Julian Kany trug sich mit einem Doppelschlag Ende des 3. und 13 Sek. nach Beginn des letzten Viertels in die Torschützenliste ein.
Das Spiel war danach längst entschieden, die Jungen „Wilden“ hatten auch hier wieder erheblichen Anteil mit ihrem Einsatz und sammelten wertvolle Spielerfahrung. Daniel Blazquez, immer ein kämpferisches Vorbild, wechselte mit Tien in der Abwehr, wagte aber seinerseits auch Vorstöße in die gegnerische Hälfte. Brian setzte nach vorne Akzente und Lars erzielt zwei weitere Tore und auch Tien Ngo steuerte noch einen Treffer zum 17:2 Endstand bei.
Dann der für uns der vorläufige Höhepunkt des Turniers:
Halbfinale gegen Neptun Lodz aus Polen.
Gegen die körperlich robuste und (spiel)-technisch beindruckende Mannschaft, gleichzeitig Turnierfavorit, so war man sich sicher, konnte man nur gegenhalten, wenn man aus einer konsequenten Deckung heraus agieren würden. Schnelle Konter setzen, mit präzisen langen Pässen das Spiel öffnen, und unsere Chancen ausnahmslos nutzen. Mit dieser Taktikvorgabe von Andy Görge und Frank Baaden sollte das Team so lange, wie physisch und psychisch möglich, das fast Aussichtslose, den Finaleinzug, wahrmachen.
Es ging für den Favoriten erwartungsgemäß los. Erster harter Warnschuss nach 20 Sekunden, klasse pariert von Paul im Tor, bei 2 x Unterzahl nach gut gestellter Verteidigung doch noch 2:0 für die Polen im ersten Viertel.
Der zweite Abschnitt sollte das beste Spielviertel des gesamten Turnierverlaufs für uns werden. Nach zeitlich ruhig ausgespielter Überzahl der Anschlußtreffer durch Joost. Wiederum Überzahl genutzt durch Dominik Hummel zum 2:2 Ausgleich.
Da geht was!
Nach schnell ausgeführtem Freiwurf und Konter durch Joost dann erstmalige Führung für uns zum 3:2. Einmal nicht konzentriert, nutzen die Polen ihre Chance mit einem Rückraumwurf zum Ausgleich. Nächste Chance Lodz, super Parade Paul. Nach erneuter Überzahlsituation und Ecke für Vorwärts dann das 4:3, das Lodz 3 Sekunden vor Ende egalisierte. Jetzt war man dem Gegner aber völlig ebenbürtig.
Das Risiko, die Mannschaft auf den Schlüsselpositionen (das war eigentlich jeder) durch Auswechslungen zu verändern und ggfls. zu schwächen, wollten die Trainer nicht eingehen, und die Jungs im Wasser hatten eine Bären-Kondition und ausgeprägten Siegeswillen. Die Ergänzungsspieler feuerten ihre Mannschaftskollegen immer wieder lautstark an.
So spielte die Stamm-Sieben das ganze Spiel durch! Dass 3 Viertel ging mit 3:1 an uns. mit 2 Toren Vorsprung starteten wir ins Schlussviertel . Die Polen waren etwas konsterniert und nervös, dies belegte auch die deutliche Ansprache ihres Trainers nach einer Auszeit. Damit hatte man nicht gerechnet. Joost, Marcel und Dominik (4 Tore, sein bestes Spiel) machten aus dem 7:5 ein 10:5 für uns. Lodz hatte keine neuen Ideen und kein Konzept gegen unsere kompromisslose Abwehr, die auch 2 mal in Unterzahl nicht bezwungen werden konnte.
Überglücklich und ziemlich ausgepumpt das Endspiel erreicht! Wahnsinn.
Am Sonntagnachmittag dann das erneute Duell gegen Alytus aus den Gruppenspielen. Sollte man, nachdem man am Freitag nach anfänglichem 0:3 den Gegner besser im Griff hatte, mit der gleichen Taktik wie gegen Lodz diesmal die Litauer besiegen können? Nachteilig für beide Mannschaften: Nach den kräftezehrenden Spielen des Vortages wurde zum Endspiel die Spielzeit auf 4x7 Minuten verlängert und das Spielfeld von 25 auf 30 m erweitert.
Nach anfänglichem Abtasten der Teams dann Chancen auf beiden Seiten mit der 1:0 Führung durch Marcel, der übrigens Torschützenkönig des Turniers wurde, für uns. 5m Strafwurf Alytus; 1:1 Missverständnis in der Abwehr 2:1 für den Gegner aus dem Baltikum. Aber ein astreiner Rückhandwurf durch Joost brachte den verdienten zwischenzeitlichen Ausgleich. Mit einem 3:3 ging es in die Pause. Der zweite Abschnitt ging dann deutlich mit 3:0 an Alytus, nachdem wir die vorhandenen Chancen unkonzentriert vergeben hatten und im Gegenzug die beiden stärksten Spieler der Litauer nicht in den Griff kriegen konnten. Es schien, daß wir dem harten Vortag doch Tribut zollen mussten.
3 Minuten passierte auf dem langen Feld nichts Besonderes, ehe wir doch noch durch die Goalgetter Joost und Johannes den Anschluss zum 5:6 herstellen konnten. Es keimte nochmals Hoffnung auf. Auch die Nachwuchsspieler bekamen wieder ihre Einsatzzeiten, machten ihre Sache sehr gut, um den Stammspielern eine Verschnaufpause zu gönnen.
Im letzten Abschnitt erhöhte Alytus jedoch zum 7:5 als unsere Abwehr noch nicht formiert war. Litauen hatte das Spiel jedoch im Griff. Je ein Tor noch auf beiden Seiten, ehe das Endspiel mit einem 8:6 Sieg für die Litauer endete.
Fazit: Ein hochklassiges Turnier, Super Truppe, prima Ergebnis und auch viel Spass (dazu mehr an anderer Stelle) bei dieser rundum gelungenen Veranstaltung in Halle-Neustadt.

Klaus Kany