Pro-Falten-Kur für Trainergespann

Aus dem Kapitel: Hauptsache fest!

25.01.2013. Der Blick des Trainers sprach Bände. Nach dem letzten Zweitliga Spiel des „Vorwärts“ sah Trainer Dessloch wohl gestresster aus, als nach einem anstrengendem Arbeitstag. Doch lag auch ein Hauch Erleichterung in seinem Gesicht. „Jungs, heute bin ich in den ersten drei Vierteln um fünf Jahre gealtert.“, waren die ersten Worte, die an die Mannschaft gerichtet wurden. Fünf war generell die Zahl des Tages. Nach den Viertelergebnissen 5:5; 1:1; 5:5; 5:0 hatte der WSV wenigstens im letzten Viertel unter Interimskapitän Oliver Görge gezeigt, was in ihm steckt. War man zu Beginn mit guter Hoffnung ins Becken gesprungen, zeigte sich schnell, das dies ein harter Kampf werden würde. Gewöhnlich strauchelt die Mannschaft nur im ersten Spiel nach einer längeren Pause, da das Zusammenspiel nicht ganz abgestimmt ist. Eigentlich sollte dies durch das Pokalspiel gegen Fürstenfeldbruck abgeschlossen sein. Die Chemiestädter zeigten zwar von Beginn an Präsenz, doch war es Pascal Sachs, der mit seinem ersten von vier Toren das 1:0 markierte. Bis zum 4:4 liefen die Gastgeber immer einem Rückstand von einem Tor hinterher. Ebenfalls schien man noch nicht ganz auf den Stil der Schiedsrichter eingestellt. Als die Ludwigshafener bereits viermal in Unterzahl agierten, war Pforzheim lediglich einmal für 20 Sekunden des Wassers verwiesen worden. Es schien, als seien die Unparteiischen nach der letzten Begegnung der beiden Teams etwas strenger in der Regelauslegung.
Nachdem Benny Hettich, ebenfalls vierfacher Torschütze, mit einem wuchtigen Schuss die erste Führung im ersten Viertel für die Hausherren herstellte, schien sich der Wind zu drehen. Jetzt waren die Goldstädter gefordert einem Rückstand hinterher zu laufen. Doch dies wurde stets mit Bravour getan. Überrascht war davon jedoch niemand. Hatte der Trainer doch vor dem Spiel noch vor der konditionellen Stärke und dem erbarmungslosen Siegeswillen der Pforzheimer gewarnt. Zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels gerieten die Dessloch/Becker Schützlinge sogar noch mal mit zwei Toren (9:11) in Rückstand. Doch dies schien wohl der Zündfunke zu sein, der alle Spieler an die emotionale Halbzeitansprache des Trainers erinnerte. In den letzten zehn Minuten schaffte es nur noch der WSV den Ball am Torwart vorbei zu bugsieren. Den Schlusspunkt des fulminanten Schlussviertels setzte Neuzugang und „Gulaschleffl“ Laszlo Toth mit einem Doppelpack seines „rechten Hammers“.
Letztlich folgt, dass der WSV weder am nächsten Samstag beim Derby gegen Mannheim/Leimen noch gegen Pforzheim in Pforzheim mit so einer Chancenverwertung und defensivem Leichtsinn auftreten darf.

Torschützen: Martin Görge, Benjamin Hettich (je 4 Tore), Laszlo Toth, Lovre Rak, Oliver Görge (je 2), Michael Burger, Andrzej Szczurkiewicz (je 1)